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Besinnung:


Kennen Sie das? Man ist mit einem Puzzle beschäftigt, viele Stunden, viele Teile. Aber am Ende fehlt ein einziges Puzzleteil. Man sucht überall, kann es aber nirgends finden und das Bild wird nicht fertig. Superärgerlich!

Abgesehen von dieser Erfahrung sind Puzzlespiele aber eine tolle Erfindung. Zuerst gibt es nur eine Menge einzelner Teile, die für sich genommen keine Bedeutung haben. Man erkennt zunächst gar nicht, was zum Schluss dabei rauskommen soll. Aber nach und nach passen die Teile zusammen und endlich sehen wir: Es wird ein Bild draus.

Die Wochen zwischen Ostern und Pfingsten sind wie eine spannende Puzzle-Zeit. Denn viele Geschichten der Bibel sind wie kleine Teile eines großen Bildes, das nicht gleich zu erkennen ist. Auf einem der Teile sehen wir z.B. ein paar Frauen. Sie sind fröhlich, obwohl sie gerade vom Friedhof kommen. Denn eben hat ein Engel ihnen gesagt, dass Jesus lebt. Dass er den Tod besiegt hat. Die Frauen sind überglücklich und auf dem Weg zu ihren Freunden, den Jüngern von Jesus. Sie müssen ihnen erzählen, was geschehen ist. Aber für die Männer ist das eine echte Zumutung. Denn sie halten weitere Puzzleteile in den Händen, die nicht recht zusammenpassen wollen. Auf jeden Fall nicht zu dem Teil, das die Frauen dazulegen. Die Jünger sind traurig. Und sie haben Angst. Jesus ist auf grausame Weise von ihnen genommen worden. Aber zuvor hatte er ihnen noch viele andere Puzzleteile gegeben. Er hatte so viel Gutes gesagt und getan. Übrigens auch viel Wundersames. Er hat Menschen geheilt. Hat aus Wenigem ganz viel gemacht und sie gesättigt. Hat gesagt, dass er sterben werde, aber nach drei Tagen wieder auferstehe. Und er sagte: „Bald werdet ihr erkennen: Ich bin in euch gegenwärtig.“ Die Jünger haben schon viele Puzzleteilchen gelegt, aber sie konnten das Bild noch nicht erkennen. Nachdem Jesus auferstanden war, von ihnen Abschied genommen hatte und zu seinem Vater zurückgekehrt war, da gab er ihnen noch mehr Teile. Sie erhielten viele Hinweise darauf, wie der Weg weitergeht.

Pfingsten handelt von einzelnen Puzzleteilen, die sich in ein Ganzes einfügen. So wird ein Bild sichtbar. Die Jünger verstanden plötzlich, dass sie nicht mehr alleine waren. Jesus sagte, dass er immer bei ihnen sein wird, verbunden durch den Heiligen Geist. Und endlich sahen die Jünger: Es wird ein Bild draus. Und sie selber gehören in dieses Bild.

Pfingsten handelt davon, dass wir dazugehören. Selbst wenn es oft nicht leicht ist, alle Teile des Puzzles zusammenzubringen, sollen wir erfahren: Jesus lässt uns nicht alleine. Und: Das letzte Teil fehlt nicht. Denn wenn wir genau hinschauen, erkennen wir: Auch wir gehören ins Bild.

Eine frohe und spannende Puzzle-Zeit zwischen Ostern und Pfingsten
wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Peter H. Wolff

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