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Einer Sage nach wurde der württembergische Herzog Ulrich von Württemberg auf der Flucht aus Stuttgart anno 1518 von den Heslachern verraten. Als er zurückkehrte, mussten die Heslacher zur Strafe sonntags zum Kirchgang blaue Strümpfe tragen – daher ihr Ortsneckname Blaustrümpfler. Der Name „Heslach" entwickelte sich, über „Haselach", aus dem Namen des heute verdolten Haselbachs.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts lebten die Heslacher überwiegend vom Weinbau. Noch zur Jahrhundertwende bestand der Südhang des Hasenberges aus drei großen Weinbergslagen, die heute nur noch in Straßennamen fortleben: Afternhalde, Wanne und Gebelsberg. Seit der Gründerzeit füllte sich der Talkessel schnell mit Mietshäusern. Aus Anlass des 25-jährigen Kronjubiläums von König Karl I. von Württemberg trug Heslach ab 1889 vorübergehend den Namen Karlsvorstadt.

Seit 1879 war Heslach auch bahntechnisch durch den Haltepunkt Stuttgart-Heslach an die Gäubahn bei Streckenkilometer 9,4 angeschlossen. Der kleine Haltepunkt lag am Rande des Stuttgarter Stadtteils Heslach, weit oberhalb der eigentlichen Siedlung.Ein bemerkenswertes Bauwerk ist der Heslacher Schwabtunnel. Der 125 Meter lange Tunnel wurde in den Jahren 1894 bis 1896 unter dem Stadtbaurat Carl Kölle erbaut und verbindet den Stuttgarter Stadtteil Süd mit dem Westen. Der 10,50 Meter breite und 8,50 Meter hohe Straßentunnel unterquert hierbei die Hasenbergsteige (seinerzeit die Hauptverkehrsachse in Richtung Birkenkopf), an dessen höchster Stelle bis zu seiner Sprengung im Kriegsjahr 1943 der Hasenbergturm als höchste Erhebung im Stuttgarter Süden stand, und verbindet somit die Schwabstraße im Stuttgarter Westen mit der Schickhardtstraße im Stuttgarter Süden. Bemerkenswert ist der Schwabtunnel vor allem deswegen, da er zum Zeitpunkt seiner Eröffnung am 29. Juni 1896 nicht nur der breiteste Tunnel, sondern auch der erste innerstädtische Tunnel Europas überhaupt war. Zudem ist er der auch weltweit erste Tunnel durch welchen jemals ein Automobil gefahren, sowie bereits vor 1900 auch die jemals erste Straßenbahn. Durch den Tunnel führen zwei Fahrspuren (eine je Richtung) sowie rechts und links der beiden Fahrbahnen jeweils ein abgesetzter Fußgängerweg.

Beiderseits der in barockem Sandstein verzierten Tunnel-Portale befinden sich Treppenaufgänge zu den weiter oben gelegenen Teilen Heslachs, wie der Karlshöhe sowie der Hasenbergsteige, die als Zugang/Zufahrt zum hochgelegenen Birkenkopf dient, der nach der Sprengung des Hasenberturmes und der Aufschüttung des Birkenkopfes aus Kriegs-Bauschutt („Scherbelino") nunmehr der höchste Punkt des südlich gelegenen Hasenberges oberhalb der Gäubahn bei Heslach darstellt. Der Südheimer Platz entstand mit der Siedlung Südheim (1901–1903) nördlich des Alten Schützenhauses (1895), beide erbaut vom Stuttgarter Architekten Karl Hengerer. Vom Südheimer Platz aus verbindet bereits seit 1929 die Standseilbahn Stuttgart Heslach mit dem höher gelegenen Waldfriedhof. Die östliche Randbebauung entstand gegen 1928. Heute stehen die Südheim-Siedlung als städtebauliche Gesamtanlage und Sachgesamtheit wie auch das Alte Schützenhaus unter Denkmalschutz. Bis in die Siebziger Jahre befand sich am Südheimer Platz auch ein kleines Straßenbahn-Depot der SSB, das heute verlegt worden ist zur anschließenden SSB-Haltestelle Vogelrain und an dessen Stelle sich heute die Senioren-Residenz Hohentwiel am unteren Ende der Hohentwielstraße befindet.

 

Quelle: Wikipedia, Stuttgart-Süd

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