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Besinnung:

1 + 1 + 1 = Eine mathematische Formel, keine besonders schwierige noch dazu: 1 + 1 + 1 = 3. So würde jedes Schulkind in der ersten Klasse sie berechnen. Und es wäre richtig. Aber es ist keine mathematische Formel, sondern eine theologische, eine besonders schwierige noch dazu (wenn nicht gar eine der größten denkerischen Herausforderungen des Christentums): 1 + 1 + 1 = 1. Gemeint ist die Dreieinigkeit, die Trinität: Vater + Sohn + Heiliger Geist = der eine Gott.

Drei gleich eins. Ist das nicht verwirrend und unlogisch? Wäre unser Glaube ohne diese Lehre nicht viel einleuchtender – für uns und auch für andere? Vielleicht. Mir ist er aber wichtig, der Glaube an den einen Gott, der verschiedene Weisen hat, wie ich ihn erleben kann. Mal ist Gott für mich wie ein guter Vater, der mich geschaffen und gewollt hat. Mal wie ein Menschensohn, nicht weit weg im Himmel, sondern neben mir; einer, der Not und Freude der Menschen selbst erlebt hat. Mal ist er wie ein belebender Geist, der meinem Glauben neuen Mut einhaucht, wenn ich unglücklich und ängstlich bin. Trinität heißt für mich: Gott ist immer anders, er bleibt beweglich. Er geht auf verschiedene Weisen auf uns ein, weil auch wir immer anders sind und es uns immer wieder anders geht. Das feiert die Kirche eine Woche nach Pfingsten, am Dreieinigkeitsfest. Den Reformatoren war die Dreieinigkeit so wichtig, dass sie alle darauffolgenden Sonntage bis weit in den Herbst nach ihr benannt haben: „… Sonntag nach Trinitatis“.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden viele Bilder gefunden, um die Dreieinigkeit anschaulich zu machen. Beispielsweise das Wasser, das in drei verschiedenen Aggregatzuständen vorliegt: als gefrorener Eisklotz, als sprudelndes Wasser oder als heißer Dampf. Trotzdem ist es immer dasselbe H2O. Das Dreieck hat drei Seiten, umschließt aber eine Fläche. In der Musik gibt es den Dreiklang: Drei Töne erklingen gleichzeitig zu einem Akkord. Alles sehr bildlich und nachvollziehbar. Die für mich schönste Beschreibung steht aber in der Bibel: „Gott ist Liebe.“ (1. Johannes 4,16). Die Liebe zeigt sich darin, dass Gott diese wunderbare Welt erschaffen hat. Die Liebe zeigt sich in Jesus Christus, der sie mit jeder Faser seines Lebens verkörpert hat. Und die Liebe zeigt sich als die Geisteskraft, die uns beflügelt und die uns hilft, immer wieder neu anzufangen. Die Liebe Gottes hat keinen Anfang und kein Ende. Sie ist praktisch unendlich. Darum lautet die Formel in Wirklichkeit so: 1 + 1 + 1 = ∞
Das sieht irgendwie nach höherer Mathematik aus. Ist aber eigentlich ganz einfach.

Eine gute und behütete Zeit vor und nach Trinitatis wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer
Peter H. Wolff

 

 

 

 

 

 

Kommende Termine

22 Jun 2019
20:00 Uhr
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23 Jun 2019
09:30 Uhr
Matthäuskirche
23 Jun 2019
10:45 Uhr
Kreuzkirche
25 Jun 2019
19:00 Uhr
Vortrag Strenger
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