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Besinnung:

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ein Apfelbutzen macht Karriere: Auf der Titelseite unseres Gemeindebriefes und in einer Auflage von etwa 4.300 Stück wird er von fleißigen Gemeindedienst-Mitarbeitenden in jeden evangelischen Haushalt in Heslach gebracht.

Ich kannte einen, der war als Junge immer stolz darauf, die Butzen bis auf den Stengel aufzuessen: Nicht aus übergroßem Hunger, sondern weil das harte Kerngehäuse eben auch wertvoll war – und außerdem brauchte man sich nicht um die Entsorgung zu kümmern. Den kleinen Stiel konnte man getrost wegwerfen.

Schon ein merkwürdiges Titel-Bild: Die Älteren denken sicher, dass da noch viel zu viel drangeblieben ist. Die anderen meinen vielleicht, dass auf unsere Titelseite doch ein Apfel vor dem Verzehr draufgehöre.

Mag sein – ich jedenfalls habe dieses Foto ausgewählt, weil es eine Geschichte erzählt. Von dem Jungen z.B., der sich früher auf der Wiese gebückt hat, den Apfel ein bisschen zwischen den Händen und am Hemd rieb, prüfte, ob er auch nicht wurmstichig war und dann herzhaft hineinbiss. Und er hat dabei am Baum hinaufgeschaut, der um ein Vielfaches höher und älter war als er selbst. Er hat sich erinnert, wie gut es tat, im Hochsommer unter jenem Baum Schatten und Erfrischung zu finden. Und er hat gespürt, dass es das Leben gut mit ihm meint.

Liebe Leserin, lieber Leser, dass jeder und jede von uns das ganze Jahr über einen Apfel kaufen kann, das ist uns selbstverständlich – und doch wissen viele von uns noch, wie wertvoll diese Äpfel einst waren, und sie bücken sich deshalb selbst heute noch bei einem Herbstspaziergang in der Natur nach dem Boskoop oder der Luike. Naja, so richtig nachvollziehen können die Jüngeren das wohl nicht mehr. Aber wir können es als Erinnerung daran nehmen, dass eben letztlich doch nicht alles nur selbstverständlich ist.

„Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?“ fragt Jesus in seiner berühmten Bergpredigt.

Gott versorgt euch, darum sorget nicht. Aber nehmt das Selbstverständliche auch nicht nur selbstverständlich! So lädt uns sogar ein einfacher Apfel ein zum „Erntedank“.

Eine gesegnete Herbstzeit wünscht Ihnen Ihr
Pfarrer Siegfried Schwenzer

 

 

 

 

 

 

 

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