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Besinnung:

LESE-ZEIT

Am Schimmelhüttenweg, in der Rebenreute, am Rotenberg und an vielen anderen Orten unserer schönen Heimat sind die Trauben wieder einen ganzen Sommer lang gereift. Die Zeit der Lese ist da.

„Lesen“ ist ja ein doppeldeutiges Wort. Es ist ein Unterschied, ob man es auf den Weinstock bezieht oder auf ein Buch. Das Lesen im Weinberg steht am Ende der Arbeit. Beim Buch fängt mit dem Lesen alles erst an.

Für Christen ist eigentlich immer Lese-Zeit. Viele haben auch schon ihre eigenen Erfahrungen gemacht mit dem Lesen der Bibel. Leider waren diese Erfahrungen nicht immer nur ermutigend. So mancher hat einen tapfer begonnenen Versuch, regelmäßig in der Bibel zu lesen, enttäuscht wieder aufgegeben. Das Lesen war zu beschwerlich. Von Ernte konnte keine Rede sein. Und das ist auch kaum verwunderlich. Denn bei einem Buch ist die Lese-Zeit, anders als im Weinberg, ja eigentlich erst Pflanz-Zeit. Da braucht es oft viel Geduld, bis etwas wächst und dann einmal reift. Da wollen die Zeilen oft mehr als einmal beschritten sein, herunter und vielleicht auch wieder hinauf. Da will auch die Lese-Mühe verstanden werden als etwas, das zum Wachstum gehört und das Wachsen fördert.

Es ist schön, Bibeln von außen zu betrachten, alte, besondere Bibeln etwa, wie sie mir immer wieder einmal bei Hausbesuchen gezeigt werden. Oder die großen Altarbibeln in unseren Kirchen. Oder Bibeln mit kunstvoll gestalteten Bildern, wie sie manchmal in Museen ausgestellt und zu bewundern sind. Noch wichtiger allerdings wäre, diese Bibeln in die Hand zu nehmen und darin zu lesen - alleine oder in einem Hauskreis oder mit Freunden. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich um die Bibel zu versammeln. Natürlich nicht nur in den Gruppen, sondern auch am zentralen Ort der Gemeinde, im Gottesdienst, am Erntedankfest zum Beispiel (dieses Jahr am 10. Oktober!) und an jedem Sonntag.

Die Bibel-Lese-Früchte können dann reifen – gerade so wie die Früchte des Weinstocks gereift sind übers Jahr. Zuerst sind diese Früchte vielleicht noch sauer, doch mit der Zeit schmecken die Früchte der Bibel-Lese süß – wie die Trauben der uns in diesen Tagen so eindrucksvoll umgebenden Weinberge. Lassen Sie sich durch diese Zeilen also neu zur Bibel-Lese einladen. Wie wäre es zum Beispiel jetzt gleich mit dem 15. Kapitel des Johannes-Evangeliums? Denn gerade die Herbstzeit ist in ganz besonderer Weise LESEZEIT!

Ihr Pfarrer
Siegfried Schwenzer

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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