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Besinnung:

Liebe Leserin, lieber Leser!

Haben Sie schon einmal von FOMO gehört? Es handelt sich um die Abkürzung für die englische Phrase „fear of missing out“: die Angst etwas zu verpassen. Die Sorge, dass irgendwo etwas Aufregendes und Spannendes passiert und ich könnte es nicht mitbekommen. Freunde oder Kolleginnen erleben etwas Tolles zusammen und ich bin nicht dabei. Die ständige Angst und Sorge, es könnte einem etwas entgehen, ein Erlebnis oder eine Information, kann ganz schön Stress machen. Zumal wenn das Gefühl dazu kommt: Ich gehöre nicht mehr dazu, wenn ich nicht auf dem Laufenden bleibe. Die sozialen Medien verstärken diese Angst. Von dort stammt auch die Wendung FOMO. Sie wird sogar als 1. Social-Media-Krankheit bezeichnet. Immer online zu sein, stets erreichbar und in Kontakt, alles mitbekommen wollen schadet der Seele. Es raubt einem zumindest Seelenruhe und innere Freiheit. Eine Erfahrung, die sich auf die ganze Lebenshaltung auswirkt. Etwa in der Weigerung sich festzulegen: auf eine Verabredung, auf einen Menschen, eine Freundschaft. Denn es könnte ja noch etwas Besseres, jemand Attraktiveres kommen. Wir sehnen uns nach Anerkennung, Kontakt und Teilhabe, doch oft mit Mitteln, die uns abhängig machen und die Seele beschädigen.

Auch wenn es zu Jesu Zeiten für die Einzelnen nicht heutige Möglichkeiten der Weltaneignung durch weltweite Vernetzung gab, scheinen mir seine Worte direkt hineinzusprechen in diese aktuelle Erfahrung. „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“ Der menschliche Hang, aufs Ganze zu gehen, sich vom Grenzenlosen verführen zu lassen, die ganze Welt im Blick haben, und überhaupt haben zu wollen, scheint nicht neu. Der klangvolle Konjunktiv entlarvt das Irreale und Illusionäre daran.

Jesus sorgt sich um unsere Seele. Er sorgt für unsere Seele, indem er uns liebevoll begrenzt. Uns damit versöhnt, endliche Menschen zu sein. Wenn wir ihm und seinem Lebensstil vertrauen, können wir das Wesentliche nicht verpassen.

Übrigens: Die New York Times verkündete letztes Jahr JOMO als den Trend für den Sommer 2018. Was das heißt? Joy of missing out. Die Freude, etwas zu verpassen. Ein Trend, der gut ist für mehr als einen Sommer!

Ihre
Katrin Büttner

 

 

 

 

 

 

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