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Besinnung:

Liebe Leserin, lieber Leser!

Eine Ahnung vom Frühling bringt schon der Februar. Erste Knospen und tapfere Blüten, länger werdende Tage, mehr Licht tun uns gut, machen heiter, aufmerksamer, offener der Welt gegenüber. Braucht es da überhaupt den Imperativ aus dem Munde Jesu? Möglicherweise lassen wir uns lieber auf natürliche Art vom Licht wecken und bevorzugen ein sanftes Frühlingserwachen gegenüber der kurzangebundenen Anweisung „Wachet!“.
Ein Wort nur, mit dem sich Jesus an seine Jünger wendet. Was fangen wir damit an?

Im Markusevangelium steht es in einer kleinen Rede Jesu, bevor sein Leidensweg beginnt, der ihn vor Gericht und ans Kreuz führen wird. Der Weckruf „Wachet!“ durchzieht eine Geschichte über einen Hausherrn, der verreist. Sein Personal soll sich derweil um sein Haus kümmern. Der Zeitpunkt seiner Heimkehr ist unbekannt, doch sollte er plötzlich wieder eintreffen, will er sie auf keinen Fall schlafend vorfinden, sondern als präsente, verantwortliche Verwalter seines Eigentums.

Mit dem verreisten Hausherrn ist natürlich Gott gemeint. Und es sind ja auch uns vertraute Erfahrungen und Einstellungen: Gott ist abwesend, gleichsam verreist auf unbestimmte Zeit, spielt in meinem Alltag oder Sonntag keine Rolle. Oder man fühlt sich von Gott im Stich gelassen: Wo war er, wo ist er, wenn man ihn am nötigsten braucht?

Ende März stellen wir wieder die Uhren um auf Sommerzeit. Doch schon Anfang Februar gibt es eine Zeitumstellung im Kirchenjahr. Wir verlassen den Festkreis von Weihnachten und orientieren uns auf Ostern hin. Ab 9. Februar zählen wir die Tage bis Ostern. Auch das Kirchenjahr mit seinen verschiedenen Zeiten ist ein Wachmacher. Es hilft, wach zu werden, geistesgegenwärtig, schärft Sinne und Verstand für Gottes unerwartete Rückkehr oder unverhofftes Eintreten in unser Leben. Eine Vorbereitungszeit beginnt, die uns einstimmt auf den Weg, den Jesus gegangen ist. Wie es ist, von Gott verlassen zu sein – und ihn unverhofft wieder zu finden – das erfährt er ja selber und weckt dafür Gespür und Aufmerksamkeit.

Eine inspirierende Zeit gemeinsamen Wachens und Wartens, auch in unserer Heslacher Gemeinde, wünscht Ihnen

Ihre
Katrin Büttner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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