Toogle Left

Besinnung:

Herbst Kühler wird´s
Eine Tasse Tee
Wohlige Wärme und Gemütlichkeit
Da ergeht’s mir sehr wohl

Wie richten Sie sich im Herbst ein Plätzchen ein, an dem Sie sich so richtig wohlfühlen? Wenn es im Oktober und November so langsam kühler und dunkler wird? Für mich ist ein guter Sessel mit einer Tasse heißem Tee und einer guten Zeitung ein solcher Platz. Vielleicht noch etwas zu knabbern … Dann kann es draußen auch noch so regnen und trüb sein. Ein kleines Teelicht kann sein warmes Licht spenden.

Der alttestamentliche Prophet Jeremia schreibt in einem Brief an die verbannten Israeliten im Exil, dass sie sich es wohl ergehen lassen sollen. Auch wenn das Exil sicher nicht der schönste Ort ist. Aber Jeremia meint, sie könnten es zumindest versuchen, sich dort einzurichten. Es sich wohlig machen. Er knüpft es allerdings an eine Bedingung. Er schreibt: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn. Denn wenn´s ihr wohl geht, so geht´s euch auch wohl.“ Die Exilierten sollen sich es also gemütlich machen. Aber zuerst sollen sie dafür sorgen, dass es auch der Stadt wohlgeht. Zum Beispiel, indem sie für sie zum Herrn beten.

Auch wir leben in unserer Kirchengemeinde inmitten einer großen Stadt. Ende November wird dort ein*e neue*r Oberbürgermeister*in gewählt. Ich schätze, dass für die Mehrheit von uns die Stadt nicht das Exil ist. Aber trotzdem gilt das Wort Jeremias auch für uns. Ich sehe an mancherlei Orten der Stadt, dass es vielen Menschen dort nicht wohlergeht. Vielleicht haben sie die Arbeit verloren, wegen Corona oder einfach so. Oder sind krank geworden und dann an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Oder haben einfach keine Mittel, um sich das teure Leben zu leisten. Mich berührt das und ich merke, dass es dann auch mir nicht wohlgeht. So leuchten mir Jeremias Worte gut ein. Ich bete für die Menschen. So bringe ich meine Sorgen um sie vor Gott: Denn ich sehne mich danach, dass alle Menschen am Wohlergehen der Stadt teilhaben. Bis dahin ist ein weiter Weg. Manchmal wünsche ich mir, noch mehr dafür zu tun.

Ein paar Verse weiter spricht Jeremia davon, dass Gott uns Zukunft und Hoffnung gibt. Darauf ist Verlass. Vor diesem Hintergrund steht Jeremias Auftrag: Suchet der Stadt Bestes! Denn wenn´s ihr wohlgeht, geht´s euch auch wohl. Das kann uns trösten. Wir sind nicht allein auf der Suche nach dem Besten der Stadt. Er geht mit auf unserem Weg.

Ich wünsche Ihnen eine gemütliche, wohlige Herbstzeit,
vielleicht mit einer Tasse Tee in der Stadt?

Ihr Vikar
Christopher Zeyher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Toogle Left