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Besinnung:

nur liebesbriefe

Auch schon mal bemerkt? An manchen Briefkästen in der Stadt ist ein Schriftzug zu lesen: „nur liebesbriefe“.

Mir gefällt das. Nur Liebesbriefe? Wenn ich nach meiner Post schaue, dann finde ich vor allem Rechnungen, Werbeprospekte, Kaufangebote für mein Auto. Ab und zu mal eine Postkarte aus dem Urlaub. Leider keine Liebesbriefe. Jedenfalls ist es schon lange her, glaube ich.

Vielleicht liegt es daran, dass man heute gar nicht mehr richtig schreibt. Also mit Tinte und Papier. Heute wird viel getippt. Man schreibt E-Mails, WhatsApp-Nachrichten, man postet bei Facebook und Instagram. Nur Liebesbriefe? Die findet man auch im Internet selten. Wenn überhaupt, dann Emojis mit rotem Herz oder ein „Like“. Vor allem aber liest man Negatives. Menschen werden mit Hasskommentaren überschüttet. Die Umgangsformen sind verroht. Es herrscht Krieg im Großen und im Kleinen. Nur Liebesbriefe? Mir fehlt der Glaube.

War früher eigentlich alles besser? Ich glaube nicht. Auch vor gut 2000 Jahren war es wie heute. Die Starken bedrohten die Schwachen. Es wurde betrogen und gelogen. Die am Rande lebten, wurden übersehen und vergessen. Und doch, mitten im Chaos von Fakenews, Hassmails und anonymen Drohungen: ein Liebesbrief. Für dich. Von Gott.

Denn so sehr hat Gott diese Welt und uns Menschen geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für uns hergab. Uns ist ein Kind geboren. Gott selbst lässt sich finden in diesem Kind in der Krippe. Was ist das für ein Gott, dem ein menschlicher Körper nicht zu schade ist, darin zu wohnen?! Wie tief liebt ein solcher Gott mein Menschsein?! Achtet es wert, mit allem, was dazugehört: Wunder und Wunden. Ob ich das glauben kann? Ich glaube; hilf meinem Unglauben.

Gottes Liebesbrief verströmt eine Kraft der Liebe und Versöhnung, die ansteckend ist. Ich glaube, er will mir Mut machen. Vielleicht sollte ich auch mal wieder schreiben. Nur Liebesbriefe? Naja, auf jeden Fall wieder mehr Liebesbriefe.

Eine friedvolle Advents- und Weihnachtszeit und ein segensreiches neues Jahr wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer
Peter H. Wolff

 

 

 

 

 

 

 

 

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